Praktikum

Grundsätzlich enthält jeder Block soviel Praxis als möglich und sinnvoll. Im September 2018 wird die Gruppe für einen Block geteilt, und jeder Teilnehmer arbeitet vier Tage in einem intensiven Praxisblock.

Darüber hinaus steht es jedem Teilnehmer offen, unbegrenzte Stunden und Tage im Einzelpraktikum in der Trainingsbegleitung zu absolvieren. Dies soll es jedem Teilnehmer ermöglichen, so viel Erfahrungen zu sammen, wie es seine Zeit zulässt.

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Hier ein Bericht von Patricia aus Österreich:

Im Rahmen der Hundetrainerausbildung bei dogcom bekommen die Studenten die Möglichkeit während der Praxistage in die Welt einer modernen Hundeschule einzutauchen und aktiv dabei zu sein. Ich möchte hier meine Eindrücke und Erlebnisse mit euch teilen:
Gut gestärkt mit einem leckeren Frühstück in Bad Wimpfens entzückender Altstadt mache ich mich auf den Weg.
Kaum das Städtchen hinter mir gelassen bin ich inmitten endloser Felder und Wälder in welchen eingebettet das Hundezentrum liegt. Im Büro erwartet mich Annika, die gute Seele vom Hof, sie teilt mir letzte Details zum Tagesablauf mit ehe auch schon Sonja erscheint, wie immer mit ansteckend guter Laune. Der erste Termin läßt wohl nicht nur die Herzen von Hundefreunden höher schlagen, die Welpenspielgruppe trifft sich an diesem Sommertag am Ufer eines ruhig gelegenen Bächleins. Wann hat man schon die Möglichkeit gleich sieben Welpen unterschiedlichster Mischungen und Rassen auf einmal anzutreffen, ich bin begeistert! Sonja bespricht mit mir den Ablauf, größtes Augenmerk liegt auf dem Wohlbefinden der Hundekinder. Die Stimmung ist entspannt und fröhlich, zaghafte Welpen werden vor zu grobmotorischen geschützt, sodaß keiner der Hunde mit einem schlechten Erlebnis nach Hause geht, und so verabschieden wir uns von der Gruppe und brechen zum nächsten Termin auf.
Wir treffen uns am Hof mit der Montagsgruppe, sechs Hunde mit ihren Menschen erwarten uns freudigst. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde brechen wir zu einem gemütlichen Spaziergang über Felder und Wiesen rund um die Hundeschule auf, wie immer mit Unterhaltungsfaktor dank Sonjas Humor :) . Die Truppe ist bunt gemischt, ehemalige Straßenhunde aus dem Tierschutz spielen mit hoch dotierten Ausstellungshunden und geben uns interessante Einblicke in das hündische Sozialverhalten. Nachdem sich die anfängliche Aufregung gelegt hatte und die Hunde nun aufnahmefähig waren, wurden die ersten Schritte zum Apportieren erklärt und einzeln mit den Hund-Mensch-Teams geübt, ehe wir weiter spazierten und nach einer Stunde auf den Hof zurückkehrten.

   

Meine nächste Station war der Hundekindergarten. Eine bunte Gruppe von acht Hunden erwartete mich, und es war besonders schön zu sehen, wie ehemals unverträgliche Tiere harmonisch mit den anderen auf der Spielwiese tobten. Ich erfuhr viele Tipps und Tricks für meine zukünftige Hundetagesstätte und verabschiedete mich dann von den fröhlichen Pelznasen in die Mittagspause.
Am Hof zurück werde ich von Sonjas Hundegruppe begrüßt, ganz besonders charmant von Fitzwilliam, dem English Setter, welcher mich zu einem Fan dieser Rasse gemacht hat und nach einer kurzen Kuscheleinheit zu meinem nächsten Termin entläßt. Ich darf bei einem Erstgespräch dabei sein und konnte dabei viel im Umgang mit Kunden lernen, ehe wir zu einem Haustermin aufbrachen. Dieser führte uns zu einer engagierten Tierschützerin und ihren fünf Hunden aus ehemals schrecklichen Haltungsbedingungen. Wenn man hört welch schlimme Vergangenheit die Hunde hatten und sie dann so zufrieden und glücklich sieht wird einem warm ums Herz.
Mein Praxistag endet mit diesen schönen Eindrücken, ich bin müde und zufrieden und einfach nur glücklich erlebt haben zu dürfen, dass eine moderne Hundeschule völlig ohne Unterdrückung und Gewalt dafür mit viel Fachwissen und Liebe zum Hund sensationelle Ergebnisse hervorbringt.
„Hunde gut alles gut!“

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Hier ein Bericht von Jenny aus der Schweiz:
 

Die sechs Tage Praktikum bei dogcom haben mir in unterschiedlichen Bereichen sehr weitergeholfen. Dank der Trainerinnen und dem umfangreichen Angebot hatte ich die Möglichkeit viel zu lernen, und diverse Mensch-Hund-Teams kennen zu lernen. Die Tage waren intensiv, und oft konnte ich meine Notizen am Abend nur noch via Aufnahmegerät zusammentragen, aber ich bin sehr dankbar für die inspirierende und lehrreiche Zeit.

Die Trainerinnen waren sehr offen, teilten gerne ihr Wissen und beantworteten geduldig meine Fragen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit mehrere Erstgespräche, Einzeltrainings, Gruppentrainings, Fahrtengruppen, Dummytraining und den Hunde-Kindergarten zu begleiten und zu unterstützen. Aus diesen Tagen konnte ich viele Ideen und mehr Sicherheit mitnehmen, die Umsetzung von Theorie in die Praxis üben, und gleichzeitig konkrete Abläufe verinnerlichen. Die kurzen aber wichtigen Gespräche mit Sonja Hoegen haben mir Mut gemacht und halfen mir sehr, mehr Klarheit zu bekommen, wohin mein Weg gehen soll.

Ich bin Sonja Hoegen und ihrem kompetenten und herzlichen Team sehr dankbar für die Zeit und das Wissen welches sie mir geschenkt haben. Ganz herzlichen Dank!

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Hier ein Bericht von Bettina aus Deutschland:
 

Es ist kurz vor 7 Uhr am Morgen als ich auf Sonjas Hof ankomme. Mit einem Versprechen auf einen herrlichen Praxistag bei dogcom geht gerade über den Feldern von Bad Wimpfen die Sonne auf. Mein Auto ist beladen mit belegten Broten und Kaffee für meine Mittagspause und jede Menge selbstgebackenen Leckerlis für Danis Hund méXes und die Hunde des Hundekindergartens, die ich gleich treffen werde. Ich bin bewaffnet mit einem von Annika sorgfältig ausgearbeiteten Ablaufplan für meinen heutigen Tag und angefüllt mit großer Vorfreude auf all die Erlebnisse und Erfahrungen, die mich heute erwarten werden.

Nun werde ich erst einmal herzlich von Dani begrüßt. Heute Morgen helfe ich ihr bei der Betreuung der Hunde des Hundekindergartens. Dani wuselt bereits über den Hof, um die Hundezimmer, das Glashaus und den Auslauf für die Rasselbande, die gleich kommt, vorzubereiten. Wir füllen noch gemeinsam die Wassernäpfe auf, da kommen auch schon die ersten Tagesgäste eingetrudelt. Muffin, Wanda, Balou, Nico, Leo und Fritzi – nun geht es Schlag auf Schlag. Dani behält wie immer souverän den Überblick, begrüßt Kunden, nimmt die Hunde entgegen und verteilt sie nacheinander auf ihre Spielgruppen. Ich verstreue Leckerlis im Gras auf dem Auslauf und begeistere damit die Hundegruppe, die dort herumsaust. Was ein Spaß! Sogleich wird geschnüffelt, gesucht und gefuttert. Juchhee - Leckerli-Party! Nachdem auch das allerletzte Futterstückchen aufgespürt und verspeist ist, wird ein bisschen gemeinsam getobt und gerannt, erkundet und gespielt. Und bevor die Hunde von Dani und mir zum Ausruhen in die Hundezimmer gebracht werden, nutzen wir noch die Zeit für ein paar Kuschelminuten mit den Schmusebacken Fitzi und Muffin.

Die Zeit im Hundekindergarten vergeht wie im Flug – Zeit für mich aufzubrechen! Um 9 Uhr treffe ich mich mit Marion und ihrer Zwergengruppe etwas außerhalb von Bad Wimpfen. Malteser, Dackel, Jack Russell Terrier und Co, die Halter der kleinen Racker mit den kurzen Beinen treffen sich schon lange Zeit regelmäßig einmal die Woche zum Gruppentraining mit Marion. Nach einem fröhlichen Hallo wird auch gleich losmarschiert: eine kurze Strecke an der Leine und schon dürfen die Hunde gemeinsam über die Wiese flitzen. Nur Sammy, der Jack-Russell-Terrier muss an der Leine bleiben und bildet in der Gruppe die Nachhut. Marion klärt mich darüber auf, dass Sammy sich mit Hundekontakt etwas schwer tut und deshalb das Geschehen in sicherer Position vom Gruppenende aus beobachtet. Die Halterin von Sammy nimmt´s gelassen, denn Sammy hat sichtlich Freude daran, einfach mit dabei zu sein. Und hin und wieder stößt einer der anderen Hunde zur Begrüßung zu ihm, um ihn - mit etwas Sicherheitsabstand - für ein paar Schritte zu begleiten. In Marions Gruppenstunde wird jedoch nicht nur spaziert, die Welt erkundet und getobt, Marion hat auch heute wieder eine kleine Aufgabe für die Gruppenmitglieder vorbereitet: es soll ein Körpertrick eingeübt werden, den sie den Haltern mit wenigen Worten gut nachvollziehbar und sehr verständlich erklärt. Alle sind mit Feuereifer bei der Sache und klappt die Übung mal nicht gleich auf Anhieb, gibt Marion noch den ein oder anderen Tipp und schon hat jeder den gewünschten Erfolg. Diese kleine Übung ist ganz nach dem Geschmack der Hunde, lockt zur Belohnung für eine gelungene Drehung um die eigene Achse doch ein schmackhaftes Leckerli! Nach dieser kurzweiligen Übungseinheit wird der Weg zurück eingeschlagen. Wir schlendern gemeinsam über eine große Streuobstwiese, auf der die kurzbeinigen Freunde gemeinsam der einen oder anderen Maus nachstellen. Kurz vor Ende des Ausflugs wird zur Festigung des soeben Erlernten die Übung noch einmal wiederholt, und dann ist die Zeit des fröhlichen Beisammenseins auch schon vorbei und man verabschiedet sich bis zur nächsten Woche. Marion gibt mir anschließend noch ausreichend Zeit und beantwortet mir geduldig alle meine Fragen.

Und dann geht´s gleich weiter zum nächsten Termin: wir treffen Marions Gruppe mit den Übergangshunden, die jungen Wilden in ihrer Sturm- und Drangzeit mitten in der Pubertät, wo alles nicht mehr ist, wie es in der Welpenzeit noch war und vieles noch nicht so funktioniert, wie es von den Hundebesitzern gewünscht wäre. Wir laufen gemeinsam bergan auf eine Kuppe, und die Hunde bleiben erst einmal noch an der Leine. Da hat der eine oder andere Halter ganz schön mit der übersprudelnden Lebensfreude und der unbändigen Neugier seines vierbeinigen Freundes zu kämpfen. Alles auf dem Boden rechts und links ist ja so unglaublich spannend, und klein „Spring-ins-Feld“ muss unbedingt und sofort daran schnuppern! Die Besitzer üben sich dabei in Geduld und Gelassenheit – manch einer auch im Aufbau seiner Armmuskulatur. Oben am Hang angekommen darf sich die Jugend erst einmal gründlich gemeinsam austoben, bevor Marion in einer kurzen Einheit das „Bei-Fuß-gehen“ abfragt. Dies sei sehr anstrengend für die ungeduldigen Jungspunde, klärt sie mich auf, und fördert daher die Konzentrationsfähigkeit des Hundes und die Besonnenheit des Halters. Es wird im Wechsel trainiert, jeder strengt sich an und Marion gibt hilfreiche Tipps, damit die Übung auch gelingen kann. Anschließend schütteln sich die Hunde die Anstrengung in einem fröhlichen Rennspiel aus den Muskeln, während sich die Halter über die letzten Streiche Ihre kleinen Chaoten austauschen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude doppelter Spaß! – das ist hier das Motto. Auf dem Weg zurück stellt Marion den Teams noch eine Aufgabe, die ihren Ursprung im Dummytraining hat: die Hunde sollen ruhig neben ihren Haltern verweilen, während Marion und ich in einiger Entfernung Dummies in die Höhe werfen. Marion zeigt sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis: die Übung wird von allen Hunden mit Bravour gelöst. Der abschließende Spaziergang zu den Autos läuft verhältnismäßig ruhig ab – die jungen Wilden sind rechtschaffen müde und die Halter stolz auf das heute Erreichte.

Zurück auf dem Hof vertreibe ich mir die Zeit bis zu meinem nächsten Termin mit Dani im Hundekindergarten. Dann ist Schichtwechsel, Patrizia übernimmt die Nachmittagsschicht. Wir verdrücken unter den gierigen Blicken aller Hunde gemeinsam unsere „Jausenbrote“. Wanda versucht mit dem einen oder anderen Bodycheck ein Bröckchen abzustauben, und Fritzi fährt eine Charmeoffensive. Wir bleiben standhaft - die Hunde haben schließlich ein Einsehen und legen sich zum Dösen in die Sonne. Zur Belohnung für die eingekehrte Ruhe gibt es zum Abschluss der gemeinsamen Mittagspause von mir noch eine Einheit Leckerlisuche für die Hunde. Aber dann muss ich auch schon weiter: Sonja gibt eine Einzelstunde und ich darf sie begleiten. Ziel ist ein Spaziergang mit Gismo und seinen engagierten Besitzern durch Bad Wimpfen, wo jetzt um die späte Mittagszeit nur wenig los ist. Gismo ist vom Tierschutz und etwas ängstlich. Die neuen Eindrücke, die vielen fremden Gerüche und das ungewohnte Umfeld in der Stadt werden Gismo mental anregen und durch die Bewältigung der kleinen Herausforderungen, die hier auf ihn warten, wird sein Selbstbewusstsein gestärkt werden – das haben wir Studenten in unserer Trainerausbildung bereits von Turid Rugaas lernen können. Der Spaziergang durch die Stadt bietet aber auch den Besitzern von Gismo genügend Gelegenheit, das Führsignal und andere sinnvolle Kommandos unter den Bedingungen des normalen Alltags zu üben und unter den verschiedensten Situationen zu vertiefen. Sonja begleitet, gibt Tipps, erklärt und hakt nach. Die kleine Runde durch Bad Wimpfen wird erfolgreich gemeistert, alle sind am Ende sichtlich zufrieden, Hund und Halter von der Konzentration, die der Stadtbesuch abverlangt hat, aber auch etwas erschöpft. Und Gismo ist wieder ein Schritt weitergekommen auf seinem Weg, ein gelassener, selbstbewusster und ausgeglichener Hund zu werden, der den Herausforderungen der komplizierten Menschenwelt gewachsen ist.

So herzerfrischend und anregend wie diese Einzelstunde mit Gismo wird die folgende sicher nicht! Es steht eine anstrengende Vorbereitung an: die Staffordshire Bullterrier Hündin Lulu soll am kommenden Wochenende die Wesenstestprüfung bestehen. Lulu ist eine liebenswerte kleine Knutschkugel, die das Pech hat, im falschen Pelz mit den falschen Genen geboren worden zu sein. Auf einem Parkplatz möchte Sonja der Halterin nun die letzten wichtigen Anweisungen für die große Prüfung geben, damit die Hündin gleich im ersten Durchlauf besteht und die schreckliche Prozedur nicht wiederholen muss. Lulu soll heute im Schnelldurchlauf durch all die Aufgaben geführt werden, die sich der Gesetzgeber als Wesensprüfung für „gefährliche“ Rassen ausgedacht hat: bedrängt, bedroht und dabei auch noch allein gelassen werden, ohne auch nur eine einzige Regung zeigen zu dürfen - das ist extrem viel verlangt und harter Tobak für jeden Hund. Die Aufgaben sind anstrengend und extrem verstörend für uns alle, und die kleine Lulu ist nach der 30-minütigen Übungseinheit fix und fertig. Aber einen Trost gibt es am Ende doch: die Übungsstunde war nicht vergebens! Sonja teilt mir eine Woche später mit, dass Lulu die Prüfung mit Bravour im ersten Durchgang bestanden hat. Phantastisch! Nun kann auch Lulu wie jeder andere Hund ohne Maulkorb laufen, schnuppern, toben und Hundefreunde kennenlernen.

Nach der frustrierenden Wesenstest-Vorbereitung mit Lulu geht´s zur Gruppenstunde mit Sonja zurück auf den Hof. Jetzt wird es Gott sei Dank wieder lustig und entspannt. Die Mitglieder von Sonjas Donnerstagshundegruppe kennen sich schon lange, es wird geplaudert, gescherzt und gelacht. Auch die Hunde sind über die Zeit dicke Freunde geworden, sie jagen zusammen über die Wiese, veranstalten Rennspiele und erkunden gemeinsam die Mäuselöcher am Wegesrand. Labrador Ben springt mit Anlauf in eine große matschige Pfütze und tobt mit sichtlichem Spaß in der braunen Brühe. Man sieht Ben seine Freude förmlich an, und auch wir Menschen sind uns einig: „So ein sonniger Frühlingstag mit Gleichgesinnten ist einfach großartig!!“ Sonja sorgt in der Halbzeit des Spaziergangs für Abwechslung und lässt die Halter verschiedene Körpertricks mit ihren Hunden machen. Eine Acht um und durch die Beine des Halters, über eine Armbrücke zwischen zwei Menschen springen, die Teams sind bereits erfahren und zeigen große Fertigkeit in allen Disziplinen. Alle haben Spaß, es wird viel gelacht. Anschließend geht es gemütlich zurück zum Hof. Vor Ende des Spaziergangs lässt Sonja jedes Team noch eine kurze „Bei-Fuß“-Einheit durchführen, damit das Kommando nicht verlernt wird. Dennoch bleibt die Einheit kurz, weil´s nicht nur für Übergangshunde, sondern, wie ich lerne, auch für erwachsene Vierbeiner eine sehr anstrengende Übung ist.

Der Tag neigt sich nun leider dem Ende zu. Ich unterstütze Patrizia am Hof noch bei der Betreuung der Tagesgäste im Hundekindergarten und helfe ihr dann, die Hunde an ihre Halter zu übergeben, die sich nun nach und nach auf dem Hof einfinden, um ihre vierbeinigen Freunde wieder nach Hause zu holen. Alle Hunde sind von den Erlebnissen des aufregenden Tages müde und steigen zufrieden in die Autos. Die Sonne beginnt schon unterzugehen, und nun ist es auch für mich Zeit aufzubrechen. Hinter mir liegt ein wunderschöner Praxistag, an dem ich wieder jede Menge lernen konnte und den ich mit vielen netten Menschen und ihren entzückenden Vierbeinern verbringen durfte. In Vorfreude auf meinen nächsten Termin bei dogcom fahre ich vom Hof. Ich bin ziemlich geschafft, aber unglaublich erfüllt und glücklich.

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Hier ein Bericht von Carmen aus Deutschland:

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Hundetrainerin habe ich im April 2017 die ersten drei Tage meines Einzel-Praktikums bei Sonja und ihrem Team absolviert.

Bei strahlendem Sonnenschein und minus 1 Grad geht es am Montagmorgen gleich um 7:00 Uhr los. Trainer Nicho ist bereits mit der Pensionshündin Fine und mit Atti im Auslauf und erläutert mir den Tagesablauf. Nach und nach werden die anderen Hundekindergarten-Hunde gebracht.

Insgesamt sind acht Hunde zu betreuen. Obwohl mir schon einige Hunde aus unseren Praxistagen bekannt sind, bin ich zunächst überfordert, mir alle Namen zu merken und welcher Hund mit welchem verträglich ist und wer nicht. Aber zum Glück bin ich ja nicht allein. Nicho hat alles im Blick und verteilt die Hunde dementsprechend in die Ausläufe. Da wir zu zweit sind, darf ich die "Aufsicht" im Glashaus übernehmen. "Das kann ich"… denke ich….aber: einige Hunde kennen mich nicht und reagieren nicht auf mein rufen und sie lassen sich von mir auch nicht so gerne an die Leine nehmen.  Nicho beruhigt mich: "Lass die Hunde erst mal spielen und beschäftige dich ein wenig, dann werden auch die Hunde ruhiger." Ich befolge den Rat dankend und beginne ein wenig aufzuräumen, Hundehäufchen wegzumachen und das Stroh etwas umzuwälzen. Und er hat Recht! Nach einiger Zeit ist das Eis gebrochen und der ein oder andere findet, das nun Zeit zum kuscheln ist. Die Zeit vergeht wie im Fluge und ruck zuck ist es 9:30 Uhr. Welpenspielgruppe ist angesagt.

Nach ausgiebigem toben sollen die Welpen und ihre Besitzer an die Gerätearbeit herangeführt werden. Ich darf die Kunden unterstützen und das Gelernte an die Besitzer weitergeben. Schließlich darf ich selbst eine kleine Gruppe von 4 Welpen mit ihren Besitzern außerhalb der Umzäunung betreuen. So viel Verantwortung….  meine Nervosität steigt, schließlich möchte ich nichts falsch machen! Sonja ist bald zur Stelle und ich bin doch froh, dass sie übernimmt. Nach 45 min dürfen die Welpen zu Hause aufs Sofa, ich in ein Gruppentraining. Es ist eine gemischte Gruppe und ich bin erleichtert, sowohl einige Hunde, als auch deren Besitzer schon zu kennen, gibt es mir doch eine gewisse Sicherheit. Nachdem wir einen schönen Spaziergang gemacht haben, möchte Sonja wissen, wie die anwesenden Hunde zu Hause an der Leine auf andere Hunde reagieren. Zu meinem Erstaunen haben viele ein Problem damit, obwohl es doch beim Spaziergang keinerlei Anzeichen dafür gegeben hat.Folglich trainieren wir Hund-Hund-Begegnungen auf dem Hof mit einigen Hundekindergarten-Hunden. Auch hier darf ich helfen. Sonja verteilt die Gruppe auf dem Hof und wir beide gehen mit unseren ausgewählten Hunden in einem entsprechenden Abstand an den anderen vorbei. Meine Aufgabe ist zu beobachten und ggf. Hilfestellungen zugeben. 

Während Sonja total entspannt mit ihrem Hund an den Haltern und deren Hunden vorbei geht, diese beobachtet und Hilfestellungen gibt, bin ich allerdings eher damit beschäftigt, mich nicht mit der Leine zu verheddern und achte mehr auf Wanda als auf die anderen. Wanda nimmt meine Unbeholfenheit zum Glück gelassen hin und fordert dafür im Gegenzug ein paar Leckerchen ein.

Danach benötige ich erst mal eine Mittagspause um gestärkt ab 13:00 Uhr Céline im Hundekindergarten zu begleiten, bevor es um 14:30 Uhr zum Gruppentraining mit Tina geht. Auch hier ist das Thema Hund-Hund-Begegnungen an der Leine. Ab 15:45 Uhr stehen keine Trainings mehr an und ich nutze die Zeit, die Hunde im Hundekindergarten zu betreuen. Die ersten Hunde werden schon bald abgeholt. Sonja und ihr Team haben noch eine Menge anderer Aufgaben und ich darf die Betreuung der übrigen fünf Hunde allein übernehmen. Eine gute Möglichkeit für mich, ein paar Übungen zum Gerätetraining auszuprobieren. Um Muffin allein durch den Slalomparcours zu führen, beschäftige ich die anderen mit Leckerchensuche ...dachte ich zumindest, denn kurz vor unserem erfolgreichen Durchgang durch den Slalomparcours witterten die anderen ein schnelles Leckerchen, stürmten hinzu und beenden kurzerhand unsere Übung. Das Arbeiten mit einzelnen Hunden in der Gruppe ist nicht so einfach, aber ich gebe nicht auf. Also schnappe ich mir Max und schmeiße erneut eine Runde Leckerchen - diesmal etwas mehr.Aber als ich gerade mit Max mit der Übung "BLEIB" beginne, da stürmen Eiko, Muffin und Lucy trotzdem herbei. Ich denke, das war´s aber zu meiner großen Überraschung setzen sie sich alle neben Max. Ich gebe erneut das Zeichen für "BLEIB" mit der entsprechenden Handbewegung und gehe langsam ein paar Schritte rückwärts. Ich halte den Atem an… acht Augen beobachten mich genau, aber keiner rührt sich vom Fleck! Ich entferne mich noch weiter rückwärts, schaue mich um und löse dann schnell auf, dann dieses Erfolgserlebnis will ich mir nicht nehmen lassen.

Der Tag neigt sich dem Ende zu und die Hunde spüren, dass sie bald abgeholt werden. Ich übergebe Max, Muffin, Eiko und die anderen müde aber glücklich ihren Besitzern. Und genauso endet auch mein Tag: müde und erschöpft, aber glücklich und voller Vorfreude auf die nächsten Praktikumstage. In den nächsten beiden Praktikumstagen war es kalt und regnerisch. Ich nutzte meine freien Zeiten zwischen den Trainings im Hundekindergarten und übte zwischendurch unsere erlernten Kommandos mit den verschiedenen Hunden. Besonders schön war es zu erfahren, wie Hunde, die mir zunächst  misstrauisch begegneten, im Laufe des Tages Vertrauen zu mir fassten und sich schließlich ihre Kuscheleinheiten abholten. Apropos Kuscheleinheiten… vielen Dank für die ausgiebigen Kuscheleinheiten an Sophia, Lucy, Emma, Hans, Muffin, Sam, Wanda, …. und natürlich an Simba.

Ich begleitete weitere Einzel-, Gruppentrainings, die Zwergen- und die Youngsters-Gruppe sowie ein Fährtentraining und hatte die Möglichkeit an Erstgesprächen teilzunehmen. Sowohl im Einzel- als auch in den Gruppentrainings sind Hund-Hund-Probleme sehr oft ein Thema. Mit einigen Hunden waren wir in der Stadt oder im Park, um Begegnungen mit fremden Hunden und/oder Menschen zu üben.Beim Fährtentraining habe ich zum ersten Mal die Asphaltfährte kennengelernt. Anschließend haben wir Splitfährten für Maya und die Havaneser Jacky und Jerry gelegt. Es beeindruckt mich jedes Mal, wie gut Hunde im Fährtentraining sind und wie sehr man auf ihren Geruchssinn vertrauen kann. Da ich mich in der Gegend nicht auskenne ist dies für mich natürlich sehr beruhigend.

In der Zwergengruppe stand das Verlorensuche auf dem Programm. Dabei wurde mir einmal mehr bewusst, wie unterschiedlich die Hunde und ihre Halter in Trainings sind und wie schnell sich unbewusst „Fehler“ im Ablauf einer Übung einschleichen können. Ellen unterstützte die Halter undgab ihnen wichtige Hinweise, so dass am Ende alle die Übung erfolgreich abschließen konnten. Ich hatte die Möglichkeit an zwei interessanten Erstgesprächen mit Tina teilzunehmen. Ging es bei dem ersten Gespräch um die Hund-Hund-Problematik, so handelte es sich bei dem zweiten Gespräch um ein Welpen-Erstgespräch mit einem zuckersüßen Labradoodle-Welpen. Da geht einem wirklich das Herz auf .

Aber ich war ja zum Lernen da und war sehr beeindruckt, wie souverän Tina die Gespräche geführt hat, wie sie mühelos von einem zum anderen Thema wechselte und viele wertvolle Tipps gegeben hat, so dass sich die Hundebesitzer am Ende gut aufhoben gefühlt haben. Alle Trainings waren äußerst interessant und haben mir sehr viel Spaß gemacht. Jedes im Einzelnen zu beschreiben würde hier allerdings den Rahmen sprengen. Es waren tolle Tage in denen ich viele Einblicke gewinnen durfte, wundervolle Hunde und ihre Besitzer kennengelernt habe und eine Menge dazu lernen durfte. Die Tage waren äußerst anstrengend aber am Ende war ich immer sehr glücklich und erfüllt.

Vielen Dank an Sonja, Céline, Ellen, Nicho, und Tina für ihre Geduld und ihr Vertrauen. Damit haben sie mir vieles von meiner anfänglichen Unsicherheit nehmen können. Ich freue mich schon auf die nächsten Praktikumstage im November, würde aber am liebsten jetzt gleich starten.